Religion
Egal, an welche Religion man glaubt: wenn diese die einzig wahre sein soll, glauben mehr Menschen an die falsche als an die richtige. Kann gar nicht anders. Denn die meisten Religionen, insbesondere auch die mit den meisten Anhängern weltweit, behaupten, die einzig wahre zu sein, definieren den eigenen Gott als die einzig wahre Instanz. Monotheismus halt: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Aber keine Religion umfasst auch nur annähernd den größeren Teil der Menschheit und somit ist der absolut überwiegende Teil der Menschen sowieso verdammt.
Man kann damit quasi nur falsch liegen. Wählt man eine, sagt grundsätzlich der größere Teil der Menschheit, die Anhänger all der anderen Religionen halt: du liegst falsch.
Ich lass es daher gleich ganz bleiben.
All die Religionen auf der Welt haben menschliche Führer. Und diese sagen nun, man müsse einer bestimmten Kirche angehören, um die Erleuchtung zu kriegen. Warum sollten diese notwendig sein, um ins Paradies, Garten Eden, ins Dschanna oder wie man es auch immer nennen mag, zu kommen? Wenn es einen Gott gibt, sei es JHWH, Jahweh, Jehova, Allah, egal wie man diesen bezeichnen mag, wenn es einen Gott gibt, dann ist es alleine von diesem abhängig, ob man ins Paradies kommt und nicht von irgend einem menschlichen Vertreter. Alles andere würde den Regeln dieser ganzen Religionen widersprechen. Dennoch halten sich die Menschen vornehmlich an ihre menschlichen Führer, Werke anderer Menschen, an Dinge, die Menschen, so fehlerhaft sie sein mögen, aufgeschrieben haben und jetzt interpretieren und vorgeben. Und ins Paradies kommt nur, wer sich an das hält, was diese Menschen vorgeben, was diese meinen zu interpretieren?
Das ist unlogisch
Religion bringt vielleicht durchaus etwas – wenn nicht die große Erleuchtung, dann vielleicht ja immerhin den eigenen Seelenfrieden. Religiöse Organisationen dagegen bringen nur eines: Manchen Menschen, und zwar ganz irdischen im Hier und Jetzt, ganz enormen Wohlstand. Und zwar den der Religiösen Führern.
Es geht, wie meist im Leben, um Geld und Macht. Es geht nicht darum, der Menschheit Erleuchtung zu bringen. Es geht darum, dass Einzelne sich auf Kosten vieler anderer, den Gläubigen, der Gemeinschaft, bereichern.
Mal ist das offensichtlich, weil die Religiösen Führer ganz offen vermögend leben. Ob es dazu ganz einfach der erhobenen Instanz der Gemeinschaft obliegt, große Teile des Besitzes und Vermögens der Gemeinschaft zu verwalten (und dabei natürlich für sich zu nutzen) oder ob diese ganz offiziell riesige Privatvermögen zur Schau stellen: Insbesondere bei Christen und Islam muss man da gar nicht groß drüber nachdenken. Viele der Oberen leben ganz offen im Luxus. Egal ob Priester oder Ajatollah, Macht und Reichtum sind enorm. Wasser predigen und Wein trinken, das ist und war schon immer die Devise. Luxus und Macht der Führer sind mehr als offensichtlich und Gelder fließen ganz offen vom kleinen Mitglied zur Führungsebene, ohne dass das groß versteckt wird.
Insbesondere all die vielen Absplitterungen des Christentums machen da oftmals gar keinen Hehl draus. Manch Fernsehprediger und Führer amerikanischer Megakirchen verdient hunderte Millionen Dollar. Unter den Fernsehpredigern gibt es gar welche, die ganz offen sagen, dass es nur um’s Geld geht und die Leute laufen denen dennoch hinterher. Beten diese an und geben diesen Multimillionären noch ihr letztes Hemd - in Hoffnung und Glaube.
Bei anderen dagegen wird das eher versteckt. Gelder der Religionsgemeinschaft werden eingenommen, aber es ist selbst den innersten der Glaubensgemeinschaft nicht möglich, zu sehen, wo exakt wie viel des Geldes nun wirklich hin fließt. Die Führer dieser Gemeinschaften, die die Hand darüber halten, leben zumeist außerhalb der Öffentlichkeit und genießen ihren Luxus eben ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt.
Zumeist müssen dabei auf unterster Ebene Arbeitsleistung und Geldbeiträge (bspw. Spenden oder aber auch direkt Gebühren) erbracht werden, ohne für diese Arbeitsleistung und das Geld direkte, eine dem gleichwertige Gegenleistungen zu erhalten. Das heißt, an dieser Stelle entsteht ein Gewinn für die Gemeinschaft. Leisten tun diesen Gewinn eine Vielzahl der einen und nutznießen wenige andere.
Religion heißt: Man zahlt. Man spendet. Man missioniert. Man baut Häuser. In Eigenleistung der einfachsten Mitglieder. Und die oberste Instanz sammelt ein, Geld, Vermögen. Verwaltet und nutzt diese. Verkauft Land und Immobilien. Je mehr missioniert wird, je mehr gespendet wird, desto besser. Und dem einfachen Mitglied bleibt für die Ackerei ein Versprechen. Am besten eines für nach dem Tod.
Das ist doch total unlogisch
Wenn es irgend einen Gott gibt, sei es JHWH, Jahweh, Jehova, Allah, egal wie man diesen bezeichnen mag. Wenn es ein in irgend einer Art sinnvolles Überwesen gibt, dann wird dieses ganz bestimmt nicht verlangen, sein irdisches Leben irgendwelchen irdischen Organisationen zu opfern und verlangen, dass das einfache Volk in Armut und Demut lebt und notfalls das eigene Leben opfert, nur um den menschlichen Führer der Religionen ein Leben in Saus und Braus zu ermöglichen. Es ist Irrsinn, anderes zu glauben als dass das mehr ist als ein hundsgemeines Schneeballsystem. Wer darin dann noch unbedingt ein kleines Licht sein will, ein zahlendes Blättchen am Baum der Macht, für nicht mehr als ein Versprechen, bei dem allein der Glaube daran bleibt und nichts anderes, das verstehe ich schlicht nicht.
Es ist ein sehr lukratives Geschäft, vor allem je höher man im System steht: Wenn von jedem Euro, der umgesetzt wird, 50 Cent offen investiert werden, um den Gläubigern zu zeigen, dass es gut ist, zu glauben und die anderen 50 Cent verschwinden, kann die lokale Gemeinschaft noch prima davon leben. Und wenn die Gemeinschaft nur groß genug ist, macht man so Millionen, bis Milliarden, ohne dafür groß was tun zu müssen.
Wichtig ist halt nur, dass diese Geldflüsse nicht transparent sind. Es darf keine offene Rechnung, keine transparente und genaue Buchführung geben, in der jeder die genauen Einnahmen und Ausgaben der Gemeinschaft prüfen kann. Denn ansonsten könnte dieser ja zusammenzählen: die Einnahmen liegen so, die Ausgaben so, und weiteres X Geld muss also irgendwo anders sein. Wo ist der Rest? Was sollte für ein Plus am Konto sein und wenn das nicht ist, wo ist dann das Geld?
Und vor allem, wie viel davon kriegen die Obersten der Gemeinschaft?
Wenn man ein Haus baut, dieses dann jemand anderem gehört und man daher ein neues Baut und das alles aus Eigenleistung und statt dafür etwas zu bekommen dann gleichzeitig auch noch für Bauvorhaben spendet, die angeblich ganz woanders stattfinden sollen… da gehört dann schon eine mächtige Portion Glauben dazu, das hinzunehmen. Vor allem wenn davon dann auch noch Teile verhökert werden, ohne dass man die Gewinne irgendwo sieht.
Wie bei jedem Schneeballsystem lässt sich an genau dieser Stelle ansetzen: Glaube. Das hab ich damals schon nicht verstanden. Warum muss ich andere bezahlen und Arbeitsleistung für andere Menschen leisten, um einem Gott zu gefallen? Warum benötigte ich eine Mitgliedschaft in einer Religionsorganisation, um mich an Regeln eines Buches halten zu können? Da stimmt doch etwas nicht!
Egal. Wer glaubt, den stört das nicht. Und so ein Glaube muss halt gepflegt werden. Fakten stören da nur. Eine Buchführungspflicht mit Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, welches jedem Mitglied eine exakte Buchprüfung ermöglicht? Ist daher ganz üblich gar nicht vorgesehen. Aus gutem Grund. Eben damit Gelder verschwinden können. Bestenfalls gibt es vertrauenswürdige Teile der Gemeinschaft, denen man einfach glaubt, wenn diese sagen, alle ist gut. Zu Gunsten der heiligen Führer der Gemeinschaft.
Da ich aber halt kein Führer einer Religionsgemeinschaft bin (zumindest noch nicht 😉 wichtig bei einem Schneeballsystem jedweder Art ist selber der Führer zu sein!), scheidet das für mich aus. Es lebt sich somit besser ohne.
Schon im Spiel fängt es an
Schneeballsysteme als Kinderspiel waren damals durchaus üblich: Wenn du diesen Brief erhältst, schicke eine Gummibärchentüte an den ersten in der Liste, eine an den zweiten in der Liste und tausche dann den dritten in der Liste gegen deinen eigenen Namen aus und schicke den Brief an deine Freunde weiter. Das Versprechen dabei: Du musst nur wenige Gummibärchentüten kaufen und verschicken, um viel mehr zu erhalten.
Viele haben das gemacht. Ist doch toll. Die Vorstellung, sich am Systemgewinn zu bereichern, ist verlockend. … zumindest wenn das Spiel nicht zufällig in dem Moment kaputt geht. Oder man selber wiederum zu wenige missionieren kann. Dann ist man ein Blatt im Baum des Schneeballsystems und das sind eben die, die letztendlich das ganze System tragen.
Ich dagegen hab mich schon immer gefragt, Leute, warum sollte ich die anderen Namen auf der Liste lassen? Das macht¹ doch gar keinen Sinn! Was hab ich davon, wenn ich nicht ALLE Namen auf der Liste gegen meine eigenen austausche?
Genau das machen Gründer neuer Religionen und das sind letztendlich die, die damit den meisten Nutzen aus einem solchen System ziehen. Klar und eindeutig.
Soll machen wer will
Ich gönne jedem seine Religion. Jeder darf seine Arbeitsleistung und sein Geld ausgeben, wie er es für richtig hält. Und wer darin seinen Seelenfrieden findet, soll bitte, bitte, bitte dabei bleiben! Wer unterstützung dabei benötigt, sich an Regeln zu halten und dabei eine feste Führung benötigt und im Glauben an ein Leben nach dem Tod irgendwelchen irdischen Führern Millionen zukommen lassen möchte, soll sich dem gerne unterwerfen.
Ein fester Glaube kann in der Tat ungemein hilfreich sein. Mein Opa hat den Tod meiner Oma, also seiner Frau, die ihn den absolut größten Teil seines Lebens begleitet hat und der wichtigste Mensch in seinem Leben war, nur verkraftet, eben weil er wusste, dass dies von Gott so vorgesehen ist und er sie im Paradies wiedersieht. Er war zum Tod mit sich im Reinen. Das ist wichtig und hilfreich und hat mich schwer beeindruckt! Der Glaube, dass das Leben im Hier und Jetzt nicht alles sein kann, macht das Leben erträglicher. Ganz einfach. Und das funktioniert. Es heißt nicht umsonst „der Glaube kann Berge versetzen“. Das kann es zweifelsohne²!
Wenn ich aber jemals religiös werden sollte, dann aller Voraussicht nach ausschließlich über meine eigene Religion. Alles andere halte ich schlicht für unsinnig. Ich finde, jeder sollte seine eigene Religion haben. 🙂
Theologisch halte ich es derweil wie die Musikgruppe Hämatom: Wir sind Gott. Wir haben es selbst in der Hand.
Wir sind Gott
Religion sollte insbesondere vorgeben, im Hier und Jetzt friedlich zu leben. Dazu ist es durchaus am einfachsten, vor Strafen bei Fehlverhalten zu warnen. Das funktioniert in der Kindererziehung, das funktioniert im Strafwesen eines Staates, das funktioniert halt generell: Lebe jetzt gut, sonst wirst du in Zukunft bestraft. Die Idee des Allsehenden, des Allwissenden, ist da absolut sinnvoll. Genau das, was Religion im Allgemeinen ausmacht. Somit ist es absolut nachvollziehbar, dass sich Religionen mit allwissendem und allsehendem Gott bilden.
Wenn man jemandem klarmachen kann, dass er sich hier gut benehmen muss, da er sonst von jemandem, der allwissend ist und alles sieht, bestraft wird, ist das schon eine geniale Idee. Denn wer daran glaubt, benimmt sich ja tatsächlich vernünftig und gut. Denn es reicht ja nicht, eine Straftat zu verheimlichen.
Sich an solche Regeln zu halten, dazu bedarf es aber keiner Organisationen. Es bedarf niemandem, der für einen Regeln interpretiert. In allen Religionen gibt es einen einfachen Grundsatz an Regeln. Die sind immer etwas unterschiedlich, weil die grundlegenden Präferenzen einer jeden Gesellschaft leicht unterschiedlich und immer situationsbezogen sind. Eine
Wer um alles in der Welt kommt nun auf die Idee, das darüber hinausgehende Interpretationen exakt den Willen eines Gottes widerspiegeln sollen? Wenn schon die Basis von ein bis maximal zwei Händen von Geboten leicht unterschiedlich liegen, wie sollen dann tausende Seiten Gedanken weltlicher Führer das leisten können?
Egal ob es einen Gott, mehrere, oder gar keinen gibt: All die vielen Bücher über Gott und die Welt haben Menschen geschrieben. Fehlbare Menschen. Denn auch die selbsternannten Vertreter Gottes — und allesamt sind sie genau das: selbsternannte Vertreter — sind Menschen. Sie sind fehlbar. Was sie interpretieren, das ist fehlbar. Deswegen entstehen ja eben auch immer wieder neue Strömungen, Untergruppierungen oder völlig neue Religionen.
Es verwundert überhaupt nicht, dass sie alle unterschiedlich interpretieren. Jesus hat anders gedacht als seine Glaubensgenossen. Dieser Wanderprediger hat Inhalte seines Glaubens, dem Judentum, neu interpretiert. Und seine Anhänger haben dies fortgeführt. So entstand das Christentum, aus dem Judentum. Später hat Mohammed verschiedene jüdische Stämme vereint, war angesehener Friedenstifter und seine Anhänger bildeten eine weitere neue Weltreligion. Und interpretieren daran natürlich auch immer wieder neu herum. Daher gibt es Charidschiten, Schiiten, Sunniten und sicher noch viele weitere. Währenddessen wurde weiter an diversen Büchern geschrieben, die Geschichten über Menschen enthalten, die behaupten nach Gottes Wort zu leben. Und diese wurden immer weiter und immer wieder neu interpretiert.
Mit der zentralen Interpretationen der Kirche war man in Europa ja dann auch wieder mal nicht einverstanden. Manche Neuinterpretationen sind wenig bekannt. Andere haben das Christentum recht breitflächig gespalten. Beispielsweise Luther, der vorgab, sich auf andere Teile des mittlerweile auf deutlich mehr als tausend Seiten angewachsenen Buches der Menschen über seinen Glauben zu konzentrieren als es die damals in Europa dominierende Römisch-Katholische Kirche vorgab.
Damit hören die Neuinterpretationen aber nicht auf. Auch heute noch bilden sich neue Interpretationen und Vorgaben. Von Menschen. Von Menschen, die ganz sicher eines nicht sind: unfehlbar. Es sind fehlbare Menschen, die Dinge anderer Fehlbarer ändern wollen und dabei gerne auch mal völlig neues erfinden.
Von Menschen, nicht Gott
Menschen, die Anhänger um sich herum scharen, die nur etwas suchen, an das sie glauben können. An das sie sich aufhängen können.
Gerne auch mal in einer Endzeitstimmung. Eine Endzeitstimmung hat vielerlei Nutzen. So zieht sie Anhänger an, die sich kurz vor dem Armageddon noch freikaufen wollen. Und mehr Bereitschaft für größere Opfer sowieso. Wenn das Ende eh nah ist, warum dann noch an weltlichen Besitztümern hängen? Die braucht man doch dann gar nicht mehr.
Alle Endzeitstimmungsreligionen sehen daher Opfer vor, mit denen man sich freikaufen kann. Mal größere, mal unscheinbarere. Und wenn es nicht direkt der Freitod ist (der unter denen, die diesem nicht folgen, den größten Gewinn daraus verspricht) so zumindest große Spenden. Fürbitte Leisten. Sich freikaufen. Das ist einfach genial.
Es gibt noch mehr Geniales. Die genialste Erfindung der Katholiken ist wohl die Beichte: Sag deinem Pfarrer deine größten Geheimnisse und Gott wird dir vergeben. Auch genial. So wird der Pfarrer, also gottes Vertreter auf Erden, wirklich allwissend und gottesgleich. *lol* Wirklich genial.
Endzeitstimmung geht darüber hinaus. Verbreite Angst vor dem bitteren Ende und überzeuge Menschen davon, sich mit Diensten und Geld für das ewige Leben freikaufen zu können. Nicht ganz so genial wie die Beichte, aber noch immer recht wirksam, zumindest kurzfristig. Wenn man keine Weltreligion ist, die auf Jahrtausende ausgelegt ist sondern kurzfristig hohe Gewinne erwirtschaften will.
Und es ist so einfach. Das kann selbst über das Ende hinaus funktionieren. Also auch wenn dieses nicht kommt. So wird aus „1914 geht die Welt unter“ später, nach 1914, dann einfach, dass der Untergang damit einfach nur angefangen hat. Das funktioniert auch mehr als 100 Jahre später halt noch prima. Wir befinden uns dann halt einfach dauerhaft im Untergang.
Nicht nur das, man kann das sogar wiederholen und mehrfach versuchen. Geht halt die Welt 1925 wirklich unter. Und dann nochmal 1975. Jedesmal mit großen Freikäufen der Anhänger und anschließend halt einfach Neuinterpretationen, warum das vorher doch alles ganz anders gemeint war.
Und Menschen glauben das. Sie bleiben dabei. Nicht wenige wollen einfach glauben. Und sind bereit, für ihren Glauben viel zu opfern.
Und genau das wird ausgenutzt. Das ist das wahrlich Schlimme an dieser Geschichte, dass Religionsorganisationen das für sich ausnutzen:
- gebe mehr, als du bekommst
Wenn Gläubige zur Kasse gebeten werden, Dienste leisten sollen. Für die Gemeinschaft. Zum Wohle der Gemeinschaft. Vor allem aber zum Wohle derer, die ganz oben in dieser Gemeinschaft stehen. Denn wenn viele einfach mehr geben als nehmen, dann muss es andere, meist eher wenige geben, die mehr nehmen als geben. Genau das sind die, die eben nicht zu den Anhängern gehören, sondern die, die sie von oben herab leiten.
Das Fortführen der Familie im Großen. Kinder, die erwachsen werden, aber dennoch Mama und Papa behalten wollen, die ihnen sagen, wo es lang geht. Das Tier strebt hierzu: Eine starke, führende Hand, die sagt, wo es lang geht. Das ist es, was der erwachsene Hund will, sich sein Leben lang einem Herrchen unterwerfen.
Das ist Missbrauch! Das ist die Basis von Religionsgemeinschaften.
Es ginge aber auch völlig anders. Es bedarf keines Führers. Es bedarf keines menschlichen Regelinterpretierers, der an Gottes Stelle dessen Macht ausübt. Jeder kann für sich leben, den Basissatz an Regeln beachten, ohne dabei anderen zu dienen.
- nach Gerechtigkeit streben, für andere und eben gleichermaßen auch für sich selbst
- andere respektieren, aber auch gleichermaßen Respekt einfordern
- Mitgefühl und Empathie, anderen gegenüber, aber auch für sich einfordern
- nicht mehr fordern, als man zu geben bereit ist
- aber auch nicht mehr bedingungslos geben, als man selber fordert
Wisst ihr, welche Art Religionen das am ehesten darstellt? Der moderne Satanismus.
Satanismus? Sind das nicht die, die an den Teufel glauben und diesem huldigen, diesen anbeten? Kommen die nicht alle in die Hölle?
Ne, also, mal ernsthaft: Wie logisch ist es, dass jemand, der an Gott und Teufel glaubt, danach strebt, nach Tod und Armageddon für den Rest der Ewigkeit in der Hölle zu schmoren?
Völlig unlogisch.
Die Vorstellung, die der typische Nicht-Satanist an der Stelle typischerweise von einem Satanisten hat, könnten falscher wohl nicht sein. Schlicht deshalb, weil die Leitlinien und Ziele der satanistischen Organisationen grundlegend mit dem Alleinanspruch und der Organisation typischer Religionen, die ihre Mitglieder in der ein oder anderen Form ausnutzen, kollidieren. Wer ein lukratives Schneeballsystem führt, tut natürlich gut daran, Störenfriede auszumachen und diese zu bekämpfen. Freiheit und Aufklärung hat schon immer denen im Weg gestanden, die ausnutzen und unterdrücken wollen.
Da organisierter Satanismus in Form irgend eines satanischen Tempels oder einer satanischen Kirche jedoch auch wieder nur eine weitere Religion ist, bei der es Hierarchien gibt und Aufwand und Geld notwendig ist, ist das aber auch nicht besser als die ganzen anderen Religionen und ich verweise schlicht auf meine Aussage von oben: nichts für mich, solang ich da nicht selber der oberste Führer bin.
Und das sollte jeder so sehen.
Wie gesagt, wir sind Gott und wir sollten und einfach an die gesellschaftlichen Regeln halten und friedlich miteinander leben. Dann benötigt es keiner religiösen Organisation, die einer Verwaltung und hierarchischen Führung bedarf und somit Geld, welches Anhänger für ihre Führer aufbringen müssen.
Weg damit.
Wer in einem freiheitlich demokratischen Staat lebt, hat beste Voraussetzungen sich abseits jeglicher Religion besser zu organisieren: im Sozialstaat.
DEN braucht es. Aber nicht den Glaube an ein höhere Wesen und Menschen, die dieses auf Erden repräsentieren und damit den großen Reibach machen.
¹) Und ja. Wenn man etwas zusammenbaut, so dass etwas Neues entsteht, dann macht man an der Stelle umgangssprachlich etwas. Auch Sachen können dabei Dinge machen, auch nicht-physische Dinge. Der Computer kann zum Beispiel Mist machen. Und so kann man daher auch im Deutschen und nicht nur im Angelsächsischen davon sprechen, dass etwas Sinn machen kann, wenn sich aus etwas, das an der Stelle gemacht wird, ein neuer Sinn ergibt. Insbesondere Leute, die andere als Studierende bezeichnen, wenn diese gerade faul auf der Couch liegen oder sonst einer Tätigkeit nachgehen, die in dem Moment gar überhaupt nichts mit dem Studium von irgendetwas zu tun hat oder solche, die Kollegen als Mitarbeitende bezeichnen, die in dem Moment so gar überhaupt nicht an etwas mitarbeiten, bspw. weil sie gerade schon im Feierabend oder gar im Urlaub sind, insbesondere die sollten an der Stelle wahrlich kein Problem mit formalsprachlich nicht korrekten Formulierungen in der Umgangssprache haben.
²) Glaube kann Berge versetzen – eine generell sehr wichtige Lebensweisheit. Wenn du weiß, dass dein Gegenüber an etwas glaubt, dann ist es mitunter sinnvoll, schon im Vorfeld zu berücksichtigen, dass ihn auch beste Belege mitunter nicht überzeugen können und es daher Zielführender sein könnte, ein bestimmtes Problem ganz zu umgehen, weil es sich auf diesem Wege mitunter gar nicht sinnvoll lösen lässt.