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Wasser

Gerade ist es ja in aller Munde. Die über uns hereinbrechende, große Sommerkatastrophe: Hitze und Trockenheit.

Deutschland hat ein Wasserdefizit von rund 60 Milliarden Kubikmetern stellt Forschung und Wissenschaft fest.

Doch was bedeutet das real?

Erst einmal ist klar ersichtlich, dass vieles oberflächliche, insbesondere unser sorgsam künstlich gepflegtes Pflanzengut, gefährdet ist. Das ist schon schlimm, keine Frage, aber kein spezifisches Problem dieses Sommers, sondern fast jeden Sommer der Fall. Daher geht es da auch eher um ein längerfristiges Defizit. Nur was bedeutet das?

Der Weiher um die Ecke jedenfalls, Trinkwasserreservoir für alles mögliche an Getier, sieht noch ganz normal aus. Die alten, großen Bäume nicht nur dort und selbst das Gebüsch, das sich da ohne das Zutun des Menschen wild verbreitet, sieht auch noch ganz normal aus. Gras, gut, das wird halt schnell zur Steppe und ist in der Gegend nun weniger grün als vielmehr goldgelb. Aber sonst? Von der Afrikanischen Steppe sind wir jedenfalls nicht nur geographisch noch immer weit entfernt. Keine Katastrophe für die Natur an sich.

Die Panikmache rund um Sommerhitze und fehlendes Wasser, egal ob nun wegen der akuten Sommerhitze oder auch dem generellen Defizit, halte ich für ein aktuell doch eher nur gern gelebtes Gefühl. Vor allem aber ist es Politik. Es ist nicht Wissenschaft, sondern Stimmungsmache, wenn in Artikeln wie dem des EnBW (also explizit von einer Organisation, die Geld mit Wasserumsatz macht und daher Vorteile davon hat, wenn dieses teurer ist) erst nach Wasserknappheit gefragt wird, das bejaht wird und dabei auf ein Relativ zum Üblichen verwiesen wird und dass uns dem gegenüber doch so viel fehlt. Ist etwa ein Milliardär wirklich arm, wenn er im Moment „18 Prozent weniger [hat] als im langjährigen Durchschnitt“? Würden wir mit dieser Begründung um Spenden für den armen Kerl bitten? Wenn See- und Flusspegel sinken, aber noch weit mehr als genug Wasser da ist, aber anderes damit suggeriert wird, dann ist das damit ein reiner Suggestivartikel zur Stimmungsmache.

Und viele machen mit. Wenn man nur die Millionen im Blick hat, die fehlen, geht es dem Autor um Trauer, um den armen Milliardär, der Millionen verloren hat und damit weit mehr, als die meisten von uns je besessen haben. Trauern wir, dass er nur noch wenige Milliarden hat! Genau das machen wir hier. Wir trauern um Donald Duck, der in seinem Speicher nun ein wenig weniger tief tauchen kann.

Durch die Trockenheit leiden viele Pflanzen und Tiere. Selbst große Bäume verlieren frühzeitig Blätter. Aber eine Katastrophe ist es nicht. Weder für die Tier- und Pflanzenwelt an sich, noch für uns. Dafür sind die realen Pegelstände von Stauseen und Grundwasser aktuell einfach noch breitflächig zu unbeeindruckt von der langen Trockenheit. Und für die Natur sowieso nicht, die lebt am Ende weiter, selbst wenn sie sich verändern sollte.

Und lokal?

Ich hatte mich schon gewundert, warum es bei uns noch immer so wenige Vorgaben zum Wasser sparen gibt, Verbote Pflanzen zu bewässern, etc. - so wie oftmals in meiner Kindheit. Da kann ich mich an Bewässerungsverbote ob der Trockenheit durchaus sehr gut erinnern. Nach Wochenlanger, nein, gar monatelanger Dürre auf Grund extremer Wetterlage mit Hitze und Trockenheit, wie sie die letzten Wochen durch die Presse geht, muss der Wasserstand unserer Trinkwasserreservoire doch längst alaramierend sein!? Ey, wir verdursten doch alle aktuell!? Oder nicht?

Schauen wir doch mal auf den Wasserstand der Talsperre meines Wasserversorgers hier: Füllgrad 67 %. Hm… klingt jetzt nicht so, als würden wir in ein paar weiteren Dürretagen das Ende der Fahnenstange erreicht haben.

Oder mal der Füllgrad der Biggetalsperre als Beispiel, die gebaut wurde, um den großen Wasserbedarf der Stahlproduktion im Ruhrgebiet zu decken. Der liegt aktuell bei deutlich über 80%. Und das nach Wochen, nein, wie gesagt, nach der seit Monaten andauernden Hitze und Dürre. Stand 06.08.2026 liegt der Stauinhalt bei 144,840 Mio.m³. Das heißt, sie alleine könnte den Bedarf des Durchschnittsdeutschen von 126 Litern Trinkwasser pro Tag noch immer für die gesamte Bevölkerung in Deutschland über mehrere Wochen decken (rund zwei, ok, aber zwei sind halt “mehrere” und es wäre immerhin die gesamte deutsche Bevölkerung und es gibt halt noch zig weitere Talsperren und noch ganz andere Trinkwasserreservoirs).

Alleine durch den Rhein verlassen Deutschland dabei am Pegel Emmerich selbst bei dem aktuellen katastrophalen Niedrigwasser und bei einem Pegel, der in Emmerich schon mit -1 cm negativ gezählt wird, noch immer rund 700 m³ potentiellen Trinkwassers pro Sekunde. Das sind über 60 Milliarden Liter pro Tag und entspricht damit der Menge, die den Bedarf von rund 472.500.000 Menschen mit dem durchschnittlichen Trinkwasserbedarf in Deutschland decken würde.

Ja, liebe Hannah (der beliebteste Vorname der Gen Z), es ist wirklich schade, wenn der mühevoll gepflegte Garten deiner Mamis ohne künstlich zugeführtes Wasser verwelkt. Die gelben Wiesen sehen auch sehr unschön aus. Und auch die ein oder andere größere und ältere Pflanze wird eingehen. Auch das ein oder andere Tier wird sterben und auch Menschen sterben, wie es schon immer war. Aber eine Naturkatastrophe ist das deswegen nicht.

Es sind Zählweise und Betrachtungswinkel, die hier relevant sind. Wenn die Tagesschau fast 10.000 Menschen wegen Hitze gestorben titelt, aber die Statistik zeigt, dass im gleichen Zeitraum die letzten Jahre nicht weniger gestorben sind, wird dieses Jahr offensichtlich vielmehr anders gezählt als dass wirklich mehr sterben, so wie es der Artikel suggeriert und wie man es daraufhin annehmen könnte.

Das ist wie mit den Coronatoten. Mensch hat Corona und stirbt, *pling*, der Zähler für Coronatote wird um eins erhöht. Bei einem 100-Jährigen, der Frau und alle Jugendfreunde überlebt hat und dessen Gesundheitszustand sich schon über die letzten Monate immer weiter verschlechtert hat. *pling* — Coronaopfer.

Eigentlich könnten wir an der Stelle feiern, dass damit viel weniger Menschen – weil sie einfach zu fett sind und zu ungesund leben – an Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestorben sind. Könnte man. Wenn man jetzt eine andere Ursache bei gleicher Anzahl notiert. Und daraufhin nun Titeln: „Deutschland lebt gesünder”. Wenn man denn wollte. Es ist ja dann halt so. Ihr merkt, was das für ein Unsinn ist. Dass es schlicht Politik ist, von welcher Seite man etwas betrachtet und was man davon in den Vordergrund hebt und die schlechten Seiten des Klimawandels sind einfach das Thema der letzten Jahre, weshalb man alles immer und überall versucht in dieser Richtung zu interpretieren.

Das Wetter ist wie erwünscht: naja, kommt halt auch vor. Schwamm drüber. Das Wetter ist nicht wie erwünscht: ey, Kimawandel!!11einself!!

Dabei haben wir real an der Stelle vielmehr ein gewisses Luxusproblem, wenn wir von Wasserknappheit reden. Wenn in andern Ländern, deren Bilder man bei diesem Wort vor Augen hat, von Wasserknappheit geredet wird, dann heißt das, große Seen und Flüsse trocknen aus, Mensch und Vieh verdurstet. Davon sind wir hier – glücklicherweise! – noch weit weit entfernt.

Hier kann Opa Karl seinen Garten einfach weiter mit dem Schlauch bewässern und selbst Bürgergeldempfänger können derweil die rund 4 m³ des billigen 60€-Standpool für schlappe 20€ aus dem Wasserhahn füllen und die Sonne genießen, während der grünlinke Berufsempörer sich gerne weiter mächtig darüber aufregen kann, ob des menschengemachten Klimawandels und der Milliarden Liter Wasser, die er zu den Abermilliarden, die wir haben, noch gerne mehr hätte.

Viel Spaß mit deiner neuen, dank Verzicht auf Klimaanlage umweltfreundlichen und schön warmen Stadtbahn. Ach ne, Moment, sogar die Gründen sind da ja jetzt sauer, die überhaupt erst dazu gedrängt hatten. *lol*

Derweil genieße ich, bei rund 22°C kühlem Wohnzimmer, so quasi als bewusstem faux-pas, das Fernsehprogramm im deutschen Free-TV. Bei aktuell deutlich über 30°C draußen.

Das heißt: Wichtig ist Anpassung und Vorbereitung. Daran sollten wir arbeiten und nicht uns nur über Veränderung und die verruchene Jugend aufregen, wie es wohl schon alte griechische Denker tun konnten.

Technik bringt uns Fortschritt und ein längeres, weniger anstrengendes Leben und wenn das die Welt um uns herum verändert, dann ist es besser damit zu leben als uns Durst und Hunger bei weniger menschengemachter Klimaänderung zurückzuwünschen, so wie es vor der Industrialisierung regelmäßig üblich war.