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Wenn die Welt durch 1 °C mehr verbrennt

Juni 2026. Wir hatten eine Hitzewelle mit einem Rekordmesswert seit Aufzeichnungsbeginn: +41,8 °C. Dann war es wieder ein paar Tage deutlich kühler und kaum klettert das Thermometer im Juli Mittags erneut über 30 °C, hört man es wieder allenthalben: Der Klimawandel. Wir spüren ihn. Aber was spüren wir denn an diesem so ganz real?

Wikipedia: „Bisherige Temperaturerhöhung: Gemäß IPCC betrug der Temperaturanstieg der Erdoberfläche im Zeitraum 2011–2020 relativ zu 1850–1900 etwa 1,09 °C“.

Nochmal in aller Deutlichkeit: Der aktuelle Temperaturanstieg über die letzten rund 100 Jahre wird derzeit ganz real mit rund 1 °C beziffert. Das heißt, wenn wir aktuell unter einer Hitzewelle leiden und bei 35 °C schwitzen, läge ohne Klimaerwärmung die Temperatur in gleicher Situation, also bei gleichen Gegebenheiten und im Vergleich zu einem vergleichbaren Ereignis vor rund 100 Jahren, im gleichen Moment am wahrscheinlichsten bei rund 34 °C.

Das ist ein – ohne Messinstrumente – gar nicht wahrnehmbarer Temperaturunterschied.

Das heißt: So ganz real können wir den Klimawandel berechnen und sogar messen und bei dem ganzen CO2, das wir die letzten Jahrzehnte erzeugt und in die Atmosphäre gepustet haben, ist der Mensch daran sicher auch nicht unschuldig. Aber fühlen? Wohl eher nicht.

Nun wird allenthalben natürlich deutlich anderes, bis gar gegenteiliges behauptet. Sobald die Temperaturen irgendwo liegen, wo sie in dem Moment als störend empfunden werden, wird dies dem Klimawandel zugeschrieben. Aktuelle Hitzewelle bis deutlich über 30 °C? Viel zu warm und unerträglich, „wegen des Klimawandels”.

Nun wäre 1 °C weniger im gleichen Moment natürlich nicht fühlbar erträglicher, also wird ganz offensichtlich in dem Moment davon ausgegangen, dass es ohne den Klimawandel natürlich weit mehr als 1 °C kühler wäre. Doch was heißt das, wenn es im Durchschnitt durch den Klimawandel nur rund 1 °C wärmer ist, aber der Wert in dem Moment real deutlich höher liegt und das eben auf Grund des Klimawandels? Zwangsläufig muss es zu anderen Zeiten bzw. an anderen Orten deutlich kälter sein - ebenfalls auf Grund des Klimawandels. Sonst funktioniert das schlicht nicht.

Die Lösung liegt auf der Hand und bleibt natürlich nicht unerwähnt: Mehr Wetterextreme. Heißere Sommer heißt damit kältere Winter. Oder wärmer am einen Ort halt kälter am anderen. Denn fühlbar wärmer zu einem Zeitpunkt ohne fühlbar kälter zu anderer Zeit oder an anderem Ort, das funktioniert nicht.

Ja und wer kennt das nicht? Wer kann sich nicht an die strengen Winter der letzten Jahre erinnern? Ich sehe die Bilder noch vor Augen: meterhoher Schnee, der Staus auf den Autobahnen auslöst, der kein Fortkommen mehr ermöglicht. Frostperioden, die Menschen im Winter zu tausenden verhungern und erfrieren lassen.

Äh, Moment mal. Das sind weit ältere Bilder. Die letzten Jahre waren die Winter eher milde. Also ganz im Gegenteil zu dem, was aktuell vorausgesetzt wird. Die Winter der letzten Jahre sind eigentlich gegenüber den Wintern im 20. Jhd. deutlich wärmer als gerade mal 1 °C geworden.

Unsere Sommer sind also wärmer, die Winter sind wärmer, und alles insgesamt um durchweg deutlich mehr als 1 °C. Und das nicht nur bei uns. Permafrostböden tauen mehr als früher auf, Gletscher verschwinden (im Übrigen: mal wieder) und die typischen Blizzards, die über New York und co. herfallen, sind auch nichts Neues. Nirgends kälter, überall wärmer, und das halt auch weit mehr als 1 °C.

Was heißt das nun? Wenn die Wissenschaft 1 °C mehr sagt und aber der Mensch ständig und überall eher 10 °C mehr behauptet? Das heißt nichts anderes als: Die Wissenschaft liegt daneben. Sie lügt. Oder. Ehm. Vielleicht. Eventuell: Könnte die gefühlte Wahrnehmung eventuell, vielleicht, doch irgendwie täuschen?

Wenn die Wissenschaft uns nicht belügt, ist wohl eher genau das nun wohl tatsächlich der Fall. Unsere Wahrnehmung betrügt uns. Ganz real waren vor ein paar Jahrzehnten lange Hitzeperioden im Sommer und harte Winter üblich. Lange heiß, lange trocken, lange zu nass und dafür auch mal viel zu kalt. Ernten wurden teils derbe vernichtet, Menschen sind reihenweise gestorben. Verhungert, verdurstet, erfroren. Ganze Religionen bildeten sich ob der Bestrafung durch die höheren Macht, die es der Meinung der Menschen damals geben muss und die das alles steuert und die, sofern sie allmächtig ist, was natürlich mal grundlegend angenommen wird, das daher mit Absicht machen muss. Dieses Gefühl und der Vorwurf, etwas würde von anderen(!) gesteuert, gab es schon damals und ist menschlich. Egal ob wir nun Gott anbeten oder anderen Klimawandel vorwerfen, ist im Grunde das selbe. Man sucht einen Schuldigen und findet den natürlich auch - und das keinesfalls bei sich selbst.

Wir sollten, mit all dem Wissen, das wir heute haben und der Wissenschaft und Technik, die wir entwickelt haben, langsam mal lernen, über unseren Gefühlen zu stehen.

Das wiederum heißt: Wenn wir nun nach 3 Tagen Sommerhitze stöhnen und den Weltuntergang heraufbeschwören, dann ist das ein rein gefühltes Problem. Eine persönliche Wahrnehmung. Es mag in Mode sein, immer direkt an den Teufel (oder alternativ den Klimawandel) zu denken, wenn einem das momentan anliegende Wetter nicht gefällt, das ist aber eben ziemlich unsinnig. Weder das eine noch das andere hat den in diesem Moment kritisierten Effekt. Heute sterben an der Stelle weniger Menschen den je. Die böse Technik, die uns den Klimawandel beschert, sorgt dafür. Und wenn das Thermometer weitere 3 Tage später bei uns auch zur Mittagszeit wieder nicht über 30 °C kommt, dann ist das eben kein nie dagewesenes und vom Klimawandel ausgelöstes Weltuntergangsszenario.

Eine Hitzewelle ist eben genau das: Eine Hitzewelle. Mitunter eine ziemlich lokal beschränkte. Und kein Weltuntergangsszenario des Klimawandels.

So wiederum lässt sich auch der neuerliche Rekord erklären: Ein lokales Hitzephänomen, bei dem Hochdruckgebiet, intensive Sonneneinstrahlung* und passende Windrichtung mit einem Föhn-Effekt zusammenkamen. Und eine Messstation an passender Stelle, die das auch noch aufzeichnete. Eine Messstation, die es da an der Stelle 1983 vielleicht schlicht noch nicht gab und daher an der Stelle auch keinen Rekord aufzeichnen konnte, der den neuerlichen Wert relativiert.

*) Apropos intensive Sonneneinstrahlung: Damit ist übrigens nicht ein Effekt des Klimawandels gemeint. Die Sonneneinstrahlung hat schlicht um den Zeitpunkt der Sommersonnenwende ihren Höchststand.

Ganz witzig übrigens dabei noch der Fakt, dass die Temperatur gar nicht gemessen wurde. Man hat sie berechnet. Was wiederum so ganz real nichts anderes bedeutet als dass der kommunizierte Wert eventuell gar nicht wirklich anlag, aber man denkt, dass diese Temperatur erreicht worden sein dürfte. Vielleicht. Das erwünschte Ziel wird damit jedenfalls erreicht: Aufmerksamkeit und die Forderung, hieraus Konsequenzen zu ziehen. Und in dessen Folge werden nun tatsächlich Konsequenzen gefordert. Der Klimawandel kann nicht einfach hingenommen werden, wir müssen uns auf diesen konzentrieren! Als wenn es nichts wichtigeres gäbe.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Dabei ist die eigentliche Lösung doch so simpel und längst bewehrt: Anpassung. Findet der Mensch Öl und erfindet den Verbrennungsmotor, kann er damit Strecken in wenigen Minuten zurücklegen, die davor Mehrtagesreisen waren. Er kann Wasser über Entfernungen pumpen, die ohne Maschinen unmöglich zu überwinden sind. Das Korn, das vor dieser Erfindung regelmäßig sommerlich am Acker verbrannt ist, kann er mit diesen Maschinen wässern. Menschen können dank Technik im Winter Sommerfrüchte genießen, statt wie früher eine harte Hungerzeit durchstehen zu müssen. Wir können heute bei größerer Trockenheit, großer Hitze, tiefen Wintern, besser leben. Ein Weg zurück, in eine Welt ohne Maschinen und dafür weniger CO2-Ausstoß würde nicht nur einen technischen Rückschritt bedeuten, sondern viele Tote mehr.

Aber der deutsche Bedenkenträger zieht es vor, in Panik zu verfallen, als würde es uns jetzt viel schlechter gehen, während aktuell auch in der größten Dürre weiterhin noch tausende m3 potentiellen Trinkwassers pro Sekunde ungenutzt den Rhein hinab ins Meer fließen. Wir sind hier noch in einer sehr komfortablen und unkritischen Lage. Lieber wieder die Maschinen abschaffen, damit wir wieder ordentlich verhungern oder massenweise an Hitze sterben, so wie früher, ist das schlechteste, was wir machen können.