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Fahrradwege

Es gibt ja durchaus sinnvolle Fahrradwege. Die sind aber gefühlt eher selten. Hier mal ein paar Stilblüten von einer einzigen kleinen Tour:

Ein empfohlener Fahrradweg, der durch eine schmale Fußgängergasse führt: Fußgängerweg als Fahrradweg

Ein empfohlener Fahrradweg, der nur von Pferden genutzt werden darf (Reitweg, Zeichen 238): Reitweg als Fahrradweg Während man hier noch argumentieren kann, dass vermutlich das Schild des Reitweges für den Bereich neben dem Weg und das Fahrradschild direkt darunter für den befestigten Weg gelten soll (was so nur halt nicht ausgezeichnet ist), so sieht das beim nächsten doch schon anders aus:

Ein Fahrradweg, der von Motorrädern genutzt werden darf (Zusatzzeichen 1022-12: Krafträder auch mit Beiwagen, Kleinkrafträder und Mofas frei): Fahrradweg für Motorräder Der Weg ist teils recht schmal und gemeint sind vermutlich eher nur Mofas und Kleinkrafträder. Denn der Weg führt parallel einer Autobahn, auf der diese nicht fahren dürfen und da es sich um eine Autobahnbrücke über einen Fluss handelt, müsste man ohne diese Erlaubnis mit Mofa und Kleinkraftrad viele Kilometer Umweg fahren. Daher ist eine Erlaubnis für Mofa und Kleinkraftrad hier sehr sinnvoll. Wie sollte man es anders gestalten? Es gibt kein Schild “Kleinkrafträder frei”, das nicht auch für Motorräder gilt. Insofern ist diese Beschilderung in der Tat nachvollziehbar. Man sollte nur das Recht der Durchfahrt als Motorradfahrer nicht missbrauchen und mit größeren Maschinen die Autobahn nutzen.

Die wirklich absurdeste aller Regeln ist jedoch eine Vorfahrtstraße, die für eine Fahrradstraße in einem ruhigen Randgebiet eines Wohngebietes gilt und abseits irgendwelcher weiterer Vorfahrtstraßen fernab des gewöhnlichen Vorfahrtstraßennetzes liegt: Diese Vorfahrtstraße endet nicht nur, wie am Bild ersichtlich, in einer Sackgasse. Sie endet vor allem in der anderen Richtung gar nicht. Es kommen schlicht keine Schilder, die sie enden lassen - also nichts der Art Zeichen 307 (Ende der Vorfahrtstraße), Zeichen 206 (Halt! Vorfahrt gewähren!) oder Zeichen 205 (Vorfahrt gewähren!) oder irgend etwas anderes der Art. Aber das lässt sich auf einem Foto doch eher schlecht zeigen. Auch hier ist vermutlich etwas anderes gemeint. Es endet nämlich die Fahrradstraße, die man hier mit mächtig vielen Schildern und mächtig viel Farbe auf der Straße kenntlich gemacht hat und über das Ende der Fahrradstraße hinaus haben die Verkehrsplaner offensichtlich überhaupt nicht gedacht.

Man fährt an einem Zeichen 306 (Vorfahrtstraße) vorbei und landet kurze Zeit später an einer unbeschilderten Kreuzung, bei der die von rechts kommenden natürlich – im Wohngebiet, in einer “Zone 30” – davon ausgehen, zuerst fahren zu dürfen.

Die Verantwortlichen wissen übrigens Bescheid. Interessiert keinen.

Fahrradstraßen an sich sind oftmals unsinnig, aber diese hier ganz besonders. Ruhiges Außengebiet, abseits des üblichen Verkehrs, war es hier schon vor der Wandlung zur Fahrradstraße völlig problemlos möglich, völlig gefahrlos mit dem Fahrrad zu fahren. Der Aufwand, das hier in einer Fahrradstraße zu wandeln, ist völlig unnötig und dient mehr als offensichtlich nur einem Zweck: Politisch gewollt die Kilometerzahl an Fahrradwegen künstlich zu erhöhen. Etwas anderes kann es schlicht nicht sein. Dieser Schwachsinn verhindert ernst gemeinte Vorhaben, die zu einer echten Verbesserung für Radfahrer führen würden!

Und als Bonus eine kleine, nicht so ernst gemeinte Frage: Wenn hier aus Lärmschutzgründen maximal dreißig km/h vorgeschrieben ist, darf ich doch mit dem Fahrrad klar schneller fahren, oder nicht?