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Wahlrecht für Ausländer

„Vorstoß der Linken - Zwölf Millionen Menschen systematisch benachteiligt?“ titelt t-online.de.

Ziel ist es, dass nicht nur Staatsbürger wählen dürfen, sondern auch Ausländer. Gemeint sind hiermit ein paar wenige Millionen der Ausländer, die fern ihrer Heimat sich gerade überwiegend in Deutschland aufhalten und aber nicht so integriert sind, als dass sie als Bürger des Landes einen deutschen Pass hätten.

Weshalb diese teils nach vielen Jahrzehnten nicht integriert sind, insbesondere ob diese das gar nicht wollen und ob diese überhaupt Interesse an der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland haben, das spielt keine Rolle. Hierauf wird sich überhaupt gar nicht bezogen.

Und von Integration kann bei dem Beispiel, das t-online.de hier mit Bild im Artikel anführt, wohl kaum eine Rede sein. Der Türke Aydin Akin zeigt sich selbstverständlich nicht mit deutscher Flagge, also einer Flagge des Landes, in dem er lebt und sein Wahlrecht an der Stelle einfordert, sondern türkischer. Natürlich.

Kann er sich ja gerne wünschen, was er will. Wir leben in einem freien Land, in dem jeder seine Wünsche frei äußern kann. Aber man muss halt nicht jeden Blödsinn mitmachen und schon gar nicht unterstützen.

Man stelle sich vor, man würde als Deutscher irgendwo anders in der Welt seine deutsche Nationalität hervorhebend fordern, doch bitte über die Menschen des jeweiligen Landes mit entscheiden zu dürfen. Man stelle sich mal vor, ein Deutscher in der Türkei, der sich mit deutscher Flagge das dortige Wahlrecht erkämpfen will. Vorstellbar? Für deutsche Linke sicherlich ja.

Der Linken bzw. t-online.de geht es somit gar nicht um Menschen, die sich an der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland beteiligen wollen. Es sollen auch andere wählen dürfen.

Dies wiederum auf einen bestimmten Lebensraum zu beschränken, kann nicht rechtens sein und ist auch gar nicht vorgesehen. Wahlberechtigte Bürger können wählen, egal wo sie sich nun im Moment gerade überwiegend aufhalten. Wähler sind angehalten, in der Politik mitzuentscheiden, auch wenn sie sich gegenwärtig gerade eben nicht überwiegend in Deutschland aufhalten.

Und das ist auch sinnvoll, schließlich beschränkt sich die Einflussnahme eines der (noch) wirtschaftsstärksten Länder der Erde nicht auf das Land alleine und gerade Linksgrün sieht doch sowieso alle Menschen als Bürger des Landes an, die jederzeit einreisen dürfen sollen. Keine Abweisung an der Grenze, keine Remigration, keine Abschiebungen. Da ist der Schritt nur logisch.

Fordert man ein Wahlrecht für Ausländer, für Menschen ohne deutschen Pass, dann werden somit nicht lächerliche 12 Millionen Menschen diskriminiert, nein, es sind wohl vielmehr ein paar Milliarden Menschen, deren Wahlrecht hier fehlt.

Und tatsächlich. Ich bin dafür! Bei dem, was in Deutschland die letzten Jahre so entschieden wurde und was dagegen außerhalb Deutschlands so anders entschieden wurde, kann ich das Vorhaben der Linken hier nur begrüßen! Lasst bitte, bitte, bitte die Milliarden anderen Menschen entscheiden!

Oder glaubt jemand ernsthaft, dass Menschen, die nun für “die Linke” sind, da diese dafür sind, sie wählen zu lassen, und daher in Statistiken als “potentielle Wähler” den Linken zugeordnet werden und die aus einem Land kommen und sich diesem weiterhin fundamental zugehörig fühlen, in denen sehr radikale und zumeist sehr konservative bis rechte Ansichten vorherrschen, anschließend wirklich die Linken wählen werden, sobald sie das dürfen? Ich zweifel daran. Die absolute Minderheit werden dann jedenfalls ziemlich wahrscheinlich genau die sein, die nun aktiv daran arbeiten, dass dies realisiert wird: elitäre Vorstädter mit zumeist deutscher Wurzel.

Das Trump-Paradoxon: Das Offensichtliche nicht sehen und nachher total überrascht tun. So stand dort drüben schon weit vor der letzten Wahl fest, dass Trump nur an sich denkt und ihn Wähler nur zum Zeitpunkt der Wahl interessieren. Mit Mediengeschick hat dieser Entertainer es geschafft, gewählt zu werden. Und anschließend fühlen sich Wähler vor den Kopf gestoßen, weil er macht, was abzusehen war: Immer genau das, was ihm persönlich am meisten bringt - scheiß auf alles andere. Da hab ich kein Mitleid.

Genauso wenig werd ich das wohl mit denen haben, die hier nun besagtes verlangen. Wer sich dermaßen offensiv die Kultur der Länder zu sich holt, aus denen Menschen doch genau deswegen flüchten – man also nicht daran arbeitet, dass die geflüchteten die Kultur der Länder annehmen, in die sie flüchten, sondern umgekehrt fordert, dass die flüchtenden ihre Kultur, vor der sie zumeist aus gutem Grund flüchten, doch mitzubringen haben und diese im Land, in das sie flüchten, fortleben können sollen – darf sich nicht wundern, wenn sich das Land, zu dem geflüchtet wird, in das wandelt, aus dem geflüchtet wird.