Wissenschaftlich Gendern
zu Gendern wissenschaftlich geprüft von Maithink X auf Youtube
Wissenschaftlich Gendern – oder auch nicht
Es ist natürlich sinnvoll, sich Studien zu einem Thema anzusehen, zu dem man sich informieren möchte. Leider machen auch die besten schon mal Fehler. Ich schließe mich da nicht aus, andere aber eben auch nicht. Und so können natürlich auch Studien fehlerhaft sein. Das hatte ich auch schon mal festgestellt.
Daher weist Mai hier auch zu Recht explizit darauf hin, dass man bei Studien auch immer auf die Methoden schauen muss und nicht nur auf’s Ergebnis.
Leider machen nicht nur die Studien Fehler, wie sie zu jeder auch anbringen kann, auch sie selber macht so ein paar. Eigentlich sogar bei jeder Studie, die sie so betrachtet und diesen Mängel und Fehler nachweist, die Ergebnisse dieser aber dann letztendlich doch für ihre Ansichten hernimmt.
Letztendlich frage ich mich daher, was ihr Beitrag insgesamt bringen soll? Das gegenteil von dem zeigen, was sie vordergründig zeigen möchte? Irgendwie macht sie das.
Ihr ganzer Beitrag ist im Grunde Anti-Gendern.
Eigentlich ist damit schon alles gesagt. Aber gucken wir doch mal ins Detail:
Studie 1, von Blake und Klimmt: Das Zeitverhalten wurde am gesamten Text gemessen, von dem die gegenderten Anteile nur einzelne Worte in längeren Texten sind. Dass hier überhaupt ein messbarer Effekt im Vergleich der Gesamttexte sichtbar wird, bedeutet für den Effekt bzgl. der signifikant kleineren Teile, an denen diese sich unterscheiden – also den gegenderten Worten – dass diese für sich genommen fatale Auswirkungen haben. Das genaue Gegenteil von “nicht signifikant”. Es macht das bewusst gewählte Ergebnis der gesamten Studie damit zunichte.
Dass Mai Spaß an Wissenschaft hat, zeigt sich dabei an den schönen und richtigen Erklärungen zur Bedeutung eines nicht signifikanten Unterschiedes bezogen auf eine höhere Fehlerquote. Es gibt durchaus gute Beiträge von ihr und ich höre ihr bspw. bei ihrer Wissenschaftsshow durchaus auch schon mal gerne zu. Aber primär ist sie erst einmal Medienschaffende und ihre Wissenschaftshow” primär Show und nur sekundär Wissenschaft. Sie ist dabei oftmals als andere als neutral, hat einen deutlichen Bias. Beispielsweise ist sie klar dafür, beim Thema Klima (in Panik zu verfallen](https://youtu.be/_R0ywINFaOo?si=-sVwRWaTVCDxVipi&t=414), statt es sachlich neutrag zu bleiben und hiermit gegen Dieter Nuhr argumentiert, der eben dazu anmahnt, sachlich bei der Wissenschaft zu bleiben.
Auch hier zum Thema ist ihr Beitrag leider völlig unpassend, da, wie gesagt, die Betrachtung und Zeitmessung am Gesamttext hier das Ergebnis völlig verfälscht und, bzgl. einer Messung alleine des gegenderten Wortes, hier tatsächlich auf ein völlig anderes Ergebnis hindeutet als die Autoren behaupten. Etwas, das einem neutralen, objektiven Betrachter sofort ins Auge springt.
Sollten die in der Studie genutzten Texte, wie ganz übliche Texte, ganz überwiegend aus nicht gegenderten Worten bestehen und diese in allen Fällen gleich gelesen werden (was bei exakt gleichen Textabschnitten zu erwarten ist), dann deutet der deutlich sichtbare Unterschied, den man schon in ihren Grafiken sieht und der mitunter wohl bald 10% ausmacht, bei einem Text, der bestimmt über 90% nicht gegenderte Worte enthält, dass mitunter der Lesefluss beim (hier in dem Beispiel) mit Binnen-I gegenderten Wort gegenüber dem nicht gegenderten Wort gut doppelt so viel Zeit benötigen könnte. Das ist allemal ein signifikanter Unterschied!
Studie 2, von Friedrich, Drößler, Oberlehberg und Heise, Teilnehmer dominant weiblich, Psychologiestudenten, im Umfeld der Ethikkommission der TU. Das Ergebnis verwundert mich daher keineswegs. Vielmehr verwundert mich, dass dennoch Experiment 2 negativ für’s Gendern ausging. Vielleicht das Gendern im Singular ala der∗die Spieler∗in und teils noch heftigere Auswüchse dann doch selbst den an Gendern gewöhnten Teilnehmern etwas zu viel wurde. Da hilft es auch nicht, schon etwas vorgeschoben heuchlerisch anzudeuten, dass die Testgruppe vielleicht doch etwas genderaffin war, wie Mai es in ihrem Video vorgibt, nur um dies dann mit einer Nebelkerze über Mario-Barth-Fans zu kaschieren. Wenn Wissenschaftler, wie Mai zweifelsohne eine ist, so etwas notwendig haben und so offensiv zur Schau stellen, ist etwas deutlich im Argen!
Bei Studie 3, von Pabst und Kollmayer, spricht sie sogar schon direkt wichtige Probleme an, neben den schon vorher benannten Problemen auch der anderen Studien insbesondere die Beeinflussung der Teilnehmer, nimmt aber auch diese dann dennoch mit auf. So als ob es keine besseren Studien gäbe, mit weniger Fehlern, die das gewünschte Ziel zeigen.
Das kann man sich klar bei allem fragen, was sie anbringt. Gibt es nichts besseres? Vielleicht halt einfach: nein, gibt es nicht.
Mich deucht, die gesamte Studienlage zu Gendern ist einfach kaputt, wenn man diese mal realwissenschaftlich betrachtet und nicht mit Pro-Gender-Bias in einem Gender-Studiengang mit feministischen Background an die Sache ran geht.
Im Grunde sagt das auch Mai, unter Verzicht auf eine entsprechend wissenschaftlich neutrale Schlussfolgerung. Sie wünscht sich mehr Studien und insbesondere endlich mal wirklich welche, die den anerkannten Methoden der Wissenschaft gerecht werden. Nur vergisst sie dabei, auch etwas deutlicher festzuhalten, dass das natürlich nur gilt, wenn auch bei diesen weiterhin das richtige[tm] heraus kommt. Schließlich zählen Studien nur, wenn der eigene Bias unterstütz wird. Nicht wahr, Frau Mai!?
Sorry, bei dem Niveau, mit dem sie nicht nur gegen Mario-Barth oder Söder, sondern sogleich auch noch gegen alle, die sie auf deren Seite verortet, stichelt, muss das einfach sein.
Ich höre sie gerne und sie hat echt was drauf. An fehlender Erfahrung in wissenschaftlicher Arbeit und allgemein Intelligenz, etc. liegt es bestimmt nicht. Dass sie dennoch bei der Studienlage ein solches Fazit aus diesen zieht und das offensichtlich ernst meint, liegt augenscheinlich eher an einem gewissen eigenen Bias und einem “es muss doch so sein” als an wissenschaftlicher Nüchternheit. Sollte ihr eigentlich peinlich sein. Gut, vermutlich eher nicht, gerade in der Medienlandschaft wird der Bias schließlich hart gepflegt und dort ist sie zweifelsohne ebenfalls sehr gut verortet.
Abgesehen davon macht sie den Fehler, den viele machen. Wohl alle, die sich auf Grund dieses Fehlers für’s Gendern entscheiden. Sie geht davon aus, dass - die Grundform maskulin wäre und dass - die in der Grundform bezeichneten Personen eines bestimmten Geschlechtes sein müssen.
Nur mit diesem Fehler, dass die Grundform ein „Generisches Maskulinum“ wäre – was es gar nicht ist – ist es überhaupt möglich, auf die Idee zu kommen, hiermit würden eigentlich nur Männer angesprochen und Frauen (und übrigens auch noch ganz andere, aber Feministen beziehen sich da halt meist nur auf Frauen) würden nur „mitgemeint“ und man müsse hieran etwas ändern. Wer diesem Fehler nicht unterliegt, hat den Bedarf an neuen Formen des Gendern, wie er aktuell umgesetzt wird, eh nie gesehen, da eben Nicht-Männer nicht irgendwer „nur“ mitgemeint sind, sondern einfach alle gleichermaßen gemeint sind. Männer, Frauen und auch alle anderen. Mit dieser Erkenntnis wäre man nicht so wie die feministische Bewegung auf die Idee gekommen, die Deutsche Sprache dermaßen umzubauen, wie es nun halt doch leider geschehen ist.
Der Trugschluss, hier würden Frauen nur mitgemeint, ist halt weit verbreitet. Auch Mai muss diesen direkt mal am Anfang ihres Beitrages anbringen.
Das Problem mit dem „nur mitgemeint“ ist dabei eben nicht, dass in der Grundform wie „liebe Kunden“ Frauen „nur mitgemeint“ wären, sondern vielmehr dass diese nicht im Vordergrund stehen. Das ist das Problem für den Feminismus. Genau deswegen bevorzugen diese auch Formen des Genderns, bei dem genau das der Fall ist: die Frau im Vordergrund steht und nicht alle gleichermaßen gemeint sind, wie bei Anreden in der Grundform ala „liebe Kunden”: Von der explizit weiblichen Movierung abgeleitete Anreden.
Nichts anderes ist „liebe Kundinnen“. Wäre es eine von der Grundform abgeleitete und für alle gerechte Form, hätte es vielleicht „liebe Kundeninnen“ geheißen, aber sicher nicht ein leicht bis möglichst gar nicht modifiziertes „Kundinnen“, mit irgend einem Sonderzeichen drin oder vielleicht einem der Buchstaben in Großschrift. Nicht von der weiblichen Movierung abgeleitet darf es nicht sein, denn dann wäre es ja nicht so, dass die Anrede primär Kundinnen anspricht und sich alle anderen doch bitte im Sternchen wiederfinden dürfen. Mithin: mitgemeint werden.
Mitgemeint – haha, sehr gut. In dem Fall ist andere mitmeinen offensichtlich kein Problem.