Offensichtlich nicht Offensichtliches
zu einem Artikel des SWR3 bzgl. Kreise auf der Straße
Man malt also Kreise auf die Kurveninnenseite einer Straße und beobachtet, dass Motorradfahrer hierdurch häufiger weiter außen fahren. Man schließt daraus, dass sie hierdurch sicherer fahren. Ein Motorradfahrer war nicht unter denen, die diese Maßnahme erfunden und ausgewertet haben, oder?
Wenn nun beobachtet wird, dass durch die Kreise häufiger ein sicherer Bereich der Fahrlinie genutzt wird, muss man erst einmal belegen, dass die zuvor genutzte Fahrlinie zu dem jeweiligen Zeitpunkt wirklich unsicherer war. Wurde zuvor bspw. häufig ohne Gegenverkehr eine andere Linie genutzt, bei Gegenverkehr aber auch schon ohne diese automatisch eine weiter außen liegende, verbessert sich durch die Kreise real nichts. Es ist damit vielmehr nur ein theoretischer, gedachter Gewinn. Er existiert real nicht.
Dass man als Motorradfahrer weiter außen fährt, wenn etwas auf der Innenlinie auf die Straße gepinselt wurde, ist dagegen völlig unabhängig einer sinnvollen Wirkung nachvollziehbar. Denn als Motorradfahrer meidet man instinktiv Objekte auf der Straße, insbesondere in Kurven, da alles, was nicht die übliche Oberfläche der Straße ist, potentiell schlüpfriger ist als der Straßenbelag. Das beobachtete Ergebnis könnte somit auch schlicht heißen, dass ohne die Kreise Kurven völlig gefahrlos geschnitten werden, mit den Kreisen eben nur wegen der Kreise sinnvollerweise jedoch nicht. Dass dies jedoch keine relevante Änderung bzgl. Verkehrssicherheit bringt.