Ein Falschfahrer?
Ein Falschfahrer? Hunderte!
Deutschland ist aus der Kernenergie ausgestiegen. In der gewählten Form als einziges Land der Welt, also mit leistungsfähigen Kraftwerken auf dem zu der Zeit aktuellen Stand. Kein anderes Land der Welt hat sich bewusst entschieden, technisch auf hohem Stand befindliche Kraftwerke, die gar führend in der Welt waren – in den top-ten der größten – abzuschalten und nicht weiter zu betreiben.
Drumherum, um Deutschland herum, gibt es dagegen weiterhin einige Betreiber von Kernkraftwerken. Und das aus gutem Grund, zur günstigen Energiegewinnung. Zumeist deutlich ältere, technisch unterlegene. Ja, wenn es unsere denn noch gäbe.
Selbst Länder mit Kraftwerken, die schon schlimmeres als einen Auslegungsstörfall mit Kernschmelze hatten, einen GAU, oder gar Super-GAU, betreiben weiter Kernkraftwerke: allen voran die Länder der Ex-Sowjetunion, Betreiber von Tschernobyl, wie Russland und die Ukraine. Aber auch Japan, die trotz Fukushima weiter machen und die USA, sowie auch bspw. die Schweiz und Frankreich.
Ja, auch im westlichen Europa gab es GAUs mit Kernschmelzen. Weitgehend unbekannt? Natürlich! Dass selbst solch katastrophale Unfälle durchaus beherrschbar sind, will man bei uns nicht wissen. Wie sollte man denn sonst Super-GAUs, also Unfälle, die nicht mehr ganz so gut beherrschbar sind, wie Tschernobyl und Fukushima, uns als dermaßen katastrophal vormachen? Wie sollte man uns sonst vormachen, dass ein Ausstieg aus der Kernkraft die einzig mögliche Option ist? Gerade Fukushima zeigt, was selbst der zweitschlimmste Atomunfall in der Geschichte bedeutet: keine direkten Toten während des Unglücks und der eine einzige Todesfall, der in direkter Verbindung mit dem Unglück steht, ist auch nicht einmal wirklich sicher: der Tod durch Krebs vier Jahre nach dem Unglück könnte durchaus auch andere Ursachen haben. Die Japaner sehen, dass kaum Radioaktivität ausgetreten ist und es, verglichen mit der Flutkatastrophe an sich, kaum Auswirkungen aus dem Super-GAU gibt und besiedeln das Land wieder.
Was macht man in Deutschland daraus? Man versteift sich auf tausende potentielle[sic!] Todesfälle, die Studien berechnen können. Deutsche Medien und Publikationen - inklusive der Wikipedia - nehmen keinen Bezug zu den tatsächlichen Folgen, sondern beziehen sich hier auf die wesentlich höhere und damit an der Stelle wesentlich zielführenderen, größeren Zahl potentieller[sic!] Toter. Und das auch noch mehr als ein Jahrzehnt danach. Es sind halt die deutlich imposanteren Zahlen. Dass beim Bau deutscher Solar- und Windkraftanlagen schon mehr umgekommen sind - und das auch ganz real und unmittelbar direkt - und diese insgesamt sogar noch mehr Fläche fressen? Schwamm drüber.
Ne mal ernsthaft, es ist natürlich sinnvoll, dass man Flächen zur Energiegewinnung opfert. Was bei Kohle und Gas und insbesondere ja doch auch bei Öl, das riesige Gebiete auf der Welt verseucht hat, und aber eben in relevantem Maße auch Solar- und Windkraft selbstverständlich ist, das gibt es eben auch bei der Kernkraft: Man opfert gewisse Flächen. Man darf halt nur bei der Kernkraft nicht in Panik verfallen, nur weil das da eben auch so ist. Man muss sehen, wie viel es ist und da steht die Kernkraft noch immer, trotz Abbaugebieten und selbst mit verseuchten Gebieten, noch vergleichsweise gut da. An Flächenbedarf alleine für On-Shore-Windkraft sind in Deutschland über 7.000 km² vorgesehen [1], in ganz Europa noch wesentlich mehr. Die gesamte Sperrzone Tschernobyl, der bekanntesten und größten aller Katastrophen rund um Kernkraft, liegt dagegen bei nicht einmal 3.000 km² [2]. Und – das ist zwar durchaus sarkastisch gemeint, aber tatsächlich doch Fakt – entstand damit doch ein recht großes Naturschutzgebiet.
[1] https://www.enercity.de/magazin/unsere-welt/flaechenbedarf-windkraftanlage
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Chernobyl_exclusion_zone
Daher setzt man weltweit, im Osten wie Westen, in annähernd allen Ländern der Welt, die technologisch hierzu in der Lage sind, auf Kernkraft. Weiterhin.
Und was machen wir? Wir setzen umso mehr auf Kohle, Öl und vor allem Gas! Ja, wir halten unser Vorhaben, vornehmlich auf Solarstrom zu setzen (und etwas Wind) dabei natürlich besonders hoch. Jedoch ist es dann Gas, das letztendlich viel zu häufig viel zu viel verbrannt werden muss. Und dessen Förderung weit mehr Land frisst und Folgen für Umwelt und Gesundheit weit schlimmer sind als Uranabbau, Kernkraft und Entsorgung von dessen Abfällen.
Die Logik dahinter ist witzlos. Die linksgrüne Politik (insb. eben auch der CDU, neben natürlich SPD und Grünen) ist hier alles andere als progressiv-sozial und den gesellschaftlichen Wandel anstrebend - es ist mittlerweile Konservatismus und Tradition, die Anti-Atom-Banner der Vorgänger-Generationen weiter hoch zu halten und Solarstrom trotz deutlicher Überkapazitäten weiter zu fördern. Das führt ganz real dazu, dass wir insbesondere teures amerikanisches Fracking-Gas verbrennen, damit wir sagen können, kein russisches Gas zu kaufen. Unsere Nachbarn können dieses dafür um so billiger beziehen. Genauso wie diese günstigen Atomstrom herstellen, den wir dann teuer beziehen. Und zwar vornehmlich mit Spaltmaterial aus nicht-russischen Quellen - ganz entgegen der deutschen Propaganda, dass Kernbrennstoffe ja doch so sehr aus Russland stammen und das alleine deshalb schon eine böse Energieform ist.
Wir retten derweil die Welt im Alleingang. Nein, tun wir nicht.
Ganz im Gegenteil. Wir geißeln nur uns selbst. Das ist alles. (Gut, das kann der Deutsche traditionell halt recht gut. Selbstgeißelung war schon mal im düsteren Mittelalter absolut in Mode und hat sich halt teils bis in die Neuzeit gehalten…)
Dass der Strom in Deutschland nicht nur teuer, sondern auch schmutzig ist, schmutziger als der von denen um uns herum, das ist daher letztendlich kein Zufall. Das hat einen Grund!
Und ja, nicht nur teuer, auch durchaus schmutzig ist er, unser Strom. Wir haben zwar eine mittlerweile rund zweifache Überkapazität der installierten Solarleistung – das heißt, die installierte Leistung bspw. an PV-Anlagen ist alleine schon doppelt so hoch wie unser Strombedarf – aber diese kann halt dennoch zeitweise verdammt wenig zum Energiebedarf beitragen, oftmals sogar nahe bis zu exakt null. Und der linksradikale, grüne Musk-Gegner macht an der Stelle einen auf Tesla, stellt Zukunftsvisionen als aktuellen Fakt dar: Aber bald haben wir doch die riesigen Stromspeicher, die alle den billigen Solarstrom zwischenspeichern. Und so wie ja angeblich jeder realer Tesla-Fahrer ernsthaft all die Versprechungen jemals geglaubt hat, soll nun der Bürger diese Versprechungen glauben? Glauben, dass wir in absehbarer Zeit mehr Kapazität an Stromspeichern haben, als es jetzt weltweit gibt? Schon klar.
Ne ihr. Weder glaubt der Tesla-Fahrer an die teils echt wilden Terminversprechungen, noch sollte der Bürger an die wilden Versprechungen einer linksgrünen Politik glauben.
Ja, ernsthaft, das wird vielleicht irgendwann kommen, ja, das glaube ich auch. Also ich möchte es zumindest und wünsche es mir. Auch Teslas kamerabasierte Einparkhilfe, automatischer Scheibenwischer und selbst FSD funktionieren letztendlich ganz gut, auch wenn es weiterhin Zweifler gibt. Teslas FSD bietet real aktuell weit mehr als deutsche Autobauer selbst mit Lidar und Radar hinkriegen. Aber nein, die Stromspeicher, die wochenlange Unterproduktion eines ganzen Landes decken können, sind nicht nur ganz real jetzt nicht da, sie kommen auch nicht schon morgen. Das wird noch viele Jahre benötigen. Bis dahin werden Teslas wahrscheinlicher längst vollautonom durch die Gegend brausen, bis das der Fall ist. Und bis dahin die Welt weiter mehr davon haben, dass es Kernkraft gibt, statt so überwiegend Gas zu verbrennen, wie wir es tun, nicht nur wenn gerade richtige Dunkelflaute herrscht.
Ja, die Welt wird besser damit leben. Nur Deutschland eben nicht. Was wir dagegen schon jetzt können: mit Zahlen hantieren. Wir schmücken uns mit Zahlen, dass unser Energiebedarf mehr und mehr regenerativ gedeckt wird und verschweigen, dass dies nur mit hohen Kosten und auch nur zu bestimmten Zeiten erfolgt. Wir haben viele, viele Tage im Jahr, an denen wir annähernd 100% unseres Bedarfes fast ohne fossile Verbrennung decken können. Annähernd 100% regenerativer Anteil. Und dennoch ist es, übers ganze Jahr gesehen, gerade mal rund die Hälfte unseres Bedarfes, den wir regenerativ decken können. Ja Leute, was heißt das anderes als dass unser Modell offensichtlich an den anderen Tagen so überhaupt nicht funktioniert? Man muss sau blind sein, das nicht zu sehen.
So habe ich als umweltbewusster Mensch natürlich eine PV-Anlage auf dem Hausdach und erziele hiermit Erträge. Verkaufe dem deutschen Steuerzahler Strom für rund 8 ct/kWh an Tagen wie zuletzt dem Rekord-Tag, an dem Strom an der Börse für -50 ct/kWh zu haben war. Ja, Minus 50 ct/kWh - man hat als Verkäufer noch 50 Cent drauf legen müssen und als Abnehmer noch 50 Cent für jede abgekommene Kilowattstunde bekommen. Meine rund 8 ct/kWh Gewinn kosten andere somit locker 60 Cent! An schönen Tagen außerhalb des Winters nichts ungewöhnliches. Und im Winter? Über die recht dunklen Wochen? Was ist da? Wenn der Strom teuer ist, kann ich nichts anbieten und beziehe halt nicht unerhebliche Anteile Gas- und Kernkraft. Dank Festpreistarif dann vergleichsweise günstig. Auf Kosten derer, die auch im Sommer nichts einspeisen.
Na, kommt da jetzt der Einwand des Grünstromtarifes? Natürlich habe ich der einen! Ich beziehe oberflächlich gesehen per Tarif grünen Ökostrom rein aus regenerativer Erzeugung. So wie der mittlerweile absolut überwiegende Teil der Bevölkerung in Deutschland. Nur… mal die Frage: An Tagen, an denen in Deutschland elektrische Energie fast ausschließlich fossil erzeugt wird - Dunkelflaute halt - und nur Länder mit Kernkraftwerken überhaupt einen nennenswerten Teil nicht-fossiler Energie erzeugen können, wie soll da bei besagtem überwiegenden Teil der Bevölkerung denn der Ökostrom aus der Steckdose kommen? Geht nicht. Man müsste, wenn man das wirklich ernst nehmen würde, im Winter so einige Tage bis Wochen lang einen Großteil der Menschen vom Netz nehmen. Das ist natürlich eine völlig unrealistische Vorstellung bzw. wäre sicherlich bestimmt nicht sonderlich beliebt auch unter den härtesten Ökos. Und so verbrennen wir weiterhin an so einigen Tagen im Jahr überwiegend Gas und beziehen Strom aus Kernkraft. Das ist in den Ökotarifen ganz sinnvoll abgedeckt.
Tage übrigens, an denen Länder um uns herum einen deutlich niedrigeren Fossil- bzw. insb. Gas-Anteil haben. Eben auch durch Kernkraft. Da ist der Strom daher nicht nur ein gutes Stück günstiger, sondern auch noch umweltfreundlicher. Wir dagegen rechnen uns etwas vor: Weil wir mit unserer ach so dollen hohen PV-Leistung tagsüber im Sommer eine so dermaßen große Überproduktion haben, so dass Anlagen gedrosselt werden müssen und Strompreise dennoch weit ins Negative stürzen, kommen wir mit Erneuerbaren Energien mittlerweile im Jahresmittel auf über 50%. Juhu. Lasst die Sektkorken knallen und uns kräftig auf die Schulter klopfen.
Zu was für einem Preis…
Wer’s nicht glaubt, kann’s nachlesen. Das ist alles öffentlich verfügbar. Man nehme als Beispiel https://www.energy-charts.info/ und surfe mal ein wenig über die Stromproduktion in Deutschland. Tage wie 07.11.2025 bis 10.12.2025 oder 21.11.2025 oder 24.11. bis 26.11.2025 und… und… und… im Winter gerne auch mal über Wochen hinweg wird in Deutschland überwiegend bis zeitweise gar fast nur fossil Strom erzeugt und dann schaue man sich mal den selben Monat in der Schweiz oder in Frankreich an: so gut wie keine Erzeugung aus Kohle, Strom oder Gas.
Noch schlimmer als aus Ideologie moderne und so mit die größten Kernkraftwerke der Welt bewusst vor ihrem natürlichen Betriebsende abzuschalten wäre nur, Solar- und Windkraftwerke breitflächig zu demontieren. Das aber hat die andere Seite zum Glück nicht durchsetzen können.