Fisch oder Angel?
Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.
Dies ist ein alter Spruch. Ich habe keine Ahnung wo er herkommt, aber der Sinn dahinter leuchtet mir ein. In Zeiten von KI jedoch, geht dieses Wissen wohl immer mehr verloren.
Kürzlich habe ich einer Unterhaltung zwischen verschiedenen Leuten zugehört, bei der es darum ging, welche KI man nutzen sollte. Hierbei ging es den Beteiligten letztendlich darum, dass man viel bessere Ergebnisse erhält, wenn man auf die bekannten Anbieter aus den USA oder China setzt. Europäische oder gar freie Alternativen liefern schlechtere Ergebnisse. Das wäre alles halb so wild, wenn es um Unbedeutende Inhalte oder Vorhaben ginge, es ging jedoch insbesondere um Lehre und Forschung bzw. auch um Firmengeheimnisse - Know How, das die jeweiligen Beteiligten von der Konkurrenz abheben könnte. Es ging dabei keineswegs um den Schutz dessen, sondern ganz im Gegenteil darum, dass Datenschutz doch hier nur im Weg ist und Studenten sowie Mitarbeiter doch letztendlich sowieso an den Vorgaben vorbei ihre Daten bei den amerikanischen und chinesischen Modellen eingeben, um die besten Ergebnisse zu erhalten.
Ich konnte nur noch mit Entsetzen da sitzen, als anwesende Firmenlenker und Professor, ein Lehrstuhlinhaber, der höchste Grad der Bildung im Land. Und es ging die ganze Zeit darum, dass wir nur dann die besten Fische erhalten, wenn wir diese kaufen. Aus den USA oder China, egal. Unsere Angeln taugen nichts. Es ist zwecklos, selber Angeln herzustellen und es geht gar nicht darum, selber Angeln zu lerenen. Es besteht gar kein Interesse und schon gar kein Bedarf an eigenen Angeln, solang andere die besten Fische liefern.
Das ist Europa, das ist Deutschland.