Alltagsrassismus
Rassismus bezeichnet eine Ideologie, bei der bspw. Menschen aufgrund äußerlicher Merkmale als angeblich minderwertige Gruppe kategorisiert und systematisch abgewertet werden.
Die Abwertung wird dabei üblicherweise mit besagter Gruppenzugehörigkeit begründet, aus der so direkt eine entsprechende Wertung jedoch gar nicht ableitbar ist.
Mithin: Ein Vorurteil.
Nun gibt es solcherlei, anhand äußerlicher Merkmale angenommener Vorurteile nicht nur gegenüber Menschen. Auch Sachen werden mitunter aufgrund einer Äußerlichkeit bewertet, aus dessen Umstand eine Begründung für eine solche Wertung gar nicht hervorgeht.
Das ist Alltag und absolut üblich.
Das beobachte ich in meinem Umfeld – privat und insbesondere aber auch dem beruflichen — sehr häufig.
Gerade stolpere ich zufällig über ein gutes Beispiel, das nichts mit mir (weder privat noch beruflich) zu tun hat und somit niemandem von diesen tangieren dürfte und zu dem ich mich daher mal auslassen möchte: Aktuell wird im Zusammenhang mit der Zulassung von Teslas FSD Supervised u.a. der Umstand, dass dieses System vornehmlich kamerabasiert ist, als Hinderungsgrund für eine Zulassung angeführt. Dabei kann das kein Grund sein, sondern allerhöchstens eine Erklärung, mit der sich tatsächliches Fehlverhalten anschließend erklären lässt. Ein Umstand wie “es gibt nur folgende Sensoren” kann niemals für sich genommen eine Bedeutung haben.
Genau das kommt jedoch sehr häufig vor. Es wird auf Grund eines nebensächlichen Umstandes eine Schlussfolge in einer völlig anderen Sache gezogen, die vielleicht offensichtlich korrelliert, deren Kausalität aber zuvor zu belegen wäre!
So fährt Teslas FSD Supervised in der Tat erstaunlich zuverlässig. Eben auch weil dieses offensichtlich nicht nur rein kamerabasiert ist. Es fließen Messwerte verschiedenster anderer Art mit ein. Bewegungs- und Lagesensoren, Messwerte von Motorleistung und Raddrehzahlen. Sicherlich auch Kartendaten und GPS-Koordinaten. Und darüber hinaus sicherlich noch vieles, das mir selbst aktuell nicht bewusst ist. Die Kameras sind die auffälligsten und offensichtlichsten Sensoren, nicht aber die einzigen.
Wichtig ist jedoch: Der Umstand, dass es vornehmlich kamerabasiert ist, bedeutet für sich genommen so rein gar nichts.
Es gilt vorbehaltlos zu untersuchen, ob dieser Ansatz funktioniert. Nicht aber schon vorauszusetzen, dass das nicht funktionieren kann und anschließend nur noch die besten Ausreden zu suchen, weshalb das nun so ist und sich auf Unterschiede, die man meint zu erkennen und die man meint dem gegenüber negativ auslegen zu können, zu konzentrieren: Genau so halt, wie auch Rassismus funktioniert.