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iPhone und Bedienung

iPhones sind wohl so die beliebtesten Geräte am Markt und nachdem ich nun über Jahre hinweg eines benutzen muss, frage ich mich ganz klar und deutlich, wie es dazu kommt. Ich kann mir das nicht erklären.

Gut, das frage ich mich bei Windows und noch ganz anderen Dingen auch. Ich benutze am Desktop verschiedene andere, alternative Systeme und muss aber regelmäßig mit Windows arbeiten und frage mich, wie man das freiwillig aushalten kann. Aber beim iPhone ist mir das nochmals unverständlicher.

Auch am Smartphone, also den eigenen, nutze ich verschiedene, teils alternative Implementierungen. Ich komm mit allem sofort zurecht, Alternativen und aber auch dem Original Android von Google. Durchaus auch mit dem iPhone, jedoch zeigen sich immer wieder unmögliche Bedienschwächen.

Es scheitert mitunter schon an einfachsten Dingen. Texteingabe zum Beispiel. Text eingeben, dabei vertippen und einfach den Wortvorschlag antippen, der einem gezeigt wird und den man übernehmen will? Ne, so einfach ist das nicht. Wenn ich überhaupt so weit komm. Wer hat sich überlegt, die Taste zur Bestätigung von Eingaben so häufig an anderer Stelle anzubringen? Systemstart. Gerätecode eingeben, bestätigen. PIN eingeben, woanders bestätigen! “OK”-Taske mal links oben, mal rechtsoben, mal linksunten und natürlich auch rechtsunten. Hallo? Warum kann das nicht immer am gleichen Ort sein?

Thema Gestenbedienung. Als das neu bei Android war testweise umgestellt, funktioniert. Alles recht selbsterklärend. Beim iPhone einfach grundlegend … scheiße. Neulich hab ich ausversehen E-Mails gelöscht, wegen versehentlich falscher Geste. Im Default-Setup. Ein Glück konnte ich sie wiederherstellen. Aber im E-Mailprogramm am iPhone sind sie letztendlich dennoch weg. So wie zig andere E-Mails, die ich am Desktop und Webinterface sehe, nicht aber am iPhone. Kürzlich konnte ich froh sein, mir ein Ticket noch auf die private Adresse geschickt zu haben, damit ich dieses unterwegs parat hatte. Am iPhone war - mal wieder - im entscheidenden Moment nichts zu finden.

Sicher alles nur ein You’re Holding It Wrong - Einzelfälle und sowieso, weil mein Arbeitgeber auf die Idee kommt irgend so einen MS Exchange zu nutzen und dabei bestimmt etwas falsch macht. Wer Apple und Microsoft nutzt und dabei auf Probleme stößt, ist schließlich daran selber schuld, denn an Apple oder Microsoft konnte - hört man auf dessen Nutzer - so etwas ja doch eh noch nie liegen. Ganz im Gegenteil zu Alternativsystemen, bei denen ein Mangel immer am System liegt.

Auch was man alles abnicken muss. Das haben all die vielen iPhone-Nutzer halt längst gemacht. Die Karten-Anwendung fragt, ob sie GPS nutzen darf. Abgesehen davon dass nichts anderes GPS nutzt und dieses dennoch nach Aktivierung exakt 0 Sekunden für einen Fix benötigt und daher klar ist, dass dieser schon die ganze Zeit im Hintergrund vorlag, fragt die Anwendung immer wieder, ob sie persönliche Daten nach Cupertino übertragen darf. Die Optionen:

Die Frage poppt so oft immer wieder auf, bis man es ihr allgemein erlaubt. Wer diese nicht kennt, hat dem also längst zugestimmt.

Es geht aber noch schlimmer. Wollte mir einen Wecker stellen. Fragt mich das Ding nach Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht, Gewicht… bla… bla… bla… Ohne geht es nicht. Ich mein, ich will nur einen verdammten Wecker stellen, der mich in rund 2 Stunden an etwas erinnern soll und keine Gesundheitstipps von meinem Werkzeug bekommen und dafür dem Wecker[sic!] alle meine persönlichsten Daten unterbreiten! Nicht möglich. Hab es weggepackt und den Wecker halt eben im Privatgerät gestellt.

Falls dem geneigten iPhone-Nutzer unter den Lesern dieser Zeilen das alles unbekannt vorkommt: Japp, glaub ich. Haste längst alles abgenommen und dem Gerät erlaubt. Sicherlich auch schon vor dem aktuellen Gerät, an den Account gebunden. Es ist halt wie immer: Eine Erlaubnis holen sich Apple, Microsoft, Google&co. nur einmal und das geht schnell. Nur weg kommen, Abstand nehmen, das geht um so schwerer. Und so wie man Knebelverträge halt allgemein leicht abschließen und schwer kündigen kann, so ist die Beziehung zu Apple entweder ganz oder gar nicht und wenn ganz, dann wirklich ganz. Denn wer sich an das Ding erst einmal gewöhnt hat, kommt da ganz sicher nicht mehr von weg.

Zumal noch etwas hinzukommt. Alleine das Billig Einstiegs-iPhone hier war teurer als gleich diverse Android-Geräte hier im Haushalt. Vernünftige iPhone-Nutzer müssen dabei noch das Doppelte oder gar noch mehr ausgeben. Und weil Apple nur dann wirklich gut funktioniert, wenn man möglichst viel von Apple hat, der hat das nicht einmal, sondern x-mal investiert. Der hat mehrere iPhones, MacBooks, iMacs, Siri, etcpp, im Haus. Wer das investiert hat, der muss dazu stehen und die Bindung wohlbegründet sehen. Das geht doch gar nicht anders.